Aktuelles Projekt -> Wasserstoffmotor
E-Fuels und Alternative Kraftstoffe
Der 3.5 Liter OM606 verrichtet sehr zuverlässig seinen Dienst, doch ist ein solcher Motor, der ja nun mal aufgrund seiner Konstruktion schon dreckig verbrennt, noch Zeitgemäß? Kann man dagegen etwas tun um diese Motoren "sauber zu machen" und in einem besseren Licht da stehen zu lassen?
JA
Der OM 606 den ich vor langer Zeit aufgebaut habe, hat dieses gewisse extra nachgerüstet bekommen, bei dem neuen Motor war es sehr viel einfacher, zum einen wusste ich was funktioniert und was nicht, zudem kann man die entsprechenden Teile beim Motoraufbau berücksichtigen.
Beide Motoren können mit Alternativen Kraftstoffen bzw. E-Fuels laufen. Damit meine ich nicht das man die 11 Liter Motoröl nach dem Ölwechsel hinten in den Tank kippt, sondern einen Kraftstoff, der CO2 neutral verbrennt.
Wasserstoff
Das Wasserstoff kein Kinderspielzeug ist, wissen wir schon lange, siehe Hindenburg, doch richtig dosiert ein toller Brennstoff.
Das Beste daran, achtet man auf die Verbrennungswerte, ist die (chemisch betrachtete) vollständige Verbrennung auch recht einfach zu erreichen, und es kommt Wasserdampf aus dem Auspuff, da Wasserstoff, der mit Sauerstoff verbrennt, beim Abkühlen wieder zu Wasser wird.
Diese Forschung beschäftigt mich schon lange Zeit, da es sehr viel Arbeit war, das ganze kontrollieren zu können. Der Leistungszuwachs ist absolut brutal. Man will schließlich nicht nochmal erleben das trotz Allrad sich das Auto mit seinen 2,6t beim Beschleunigen von 80 auf 100km/h auf gerader Straße quer bewegt.... Will man nicht, wirklich nicht...
Nun ist es mir aber gelungen das ganze besser zu kontrollieren und auch haltbar und langlebig zu gestalten.
Denn Wasserstoff bringt auch einige ganz beträchtliche Nachteile mit sich...
Den Motor davor zu schützen war nicht einfach und fast unmöglich.
Den ein oder anderen Tipp habe ich von meinem leider verstorbenen Meister bekommen, der als Urgestein im Industriemotorenbereich bekannt war.
Auch er glaubte nicht daran, dass es überhaupt funktionieren kann, den Motor ansatzweise vernünftig auf Wasserstoff laufen lassen zu können. Haltbarkeit stand für ihn gar nicht erst zur Debatte, "ich geb dem ne halbe Stunde unter 40% Last".
Auch dies hat mich darin bekräftigt dieses Projekt fortzuführen.
Ich gebe zu, der Motor kommt nicht mehr nur mit einem Bowdenzug aus, kann aber auch ganz normal auf Diesel laufen.
Die rein mechanische Reiheneinspritzpumpe ist geblieben, der Bowdenzug auch, es kam nur etwas dazu, ein paar Sensoren und ein eigens dafür programmiertes und entwickeltes Steuergerät.
In der einfachen Version kann dieses Steuergerät über ein kleines Display Werte anzeigen wie:
-Kühlmitteltemperatur Motoreintritt
-Kühlmitteltemperatur Motoraustritt
(auch mit Sensoren bestückte kritische Zwischenbereiche)
-Motoröltemperatur
-Ladelufttemperatur
-Ladedruck
-Öldruck
-Kühlmitteldruck
-Abgastemperatur
-Drehzahl
-Lambda
uvm.
Viele werden jetzt denken, na toll nur wieder eine weitere Stufe der Leistungssteigerung eines Uralt Motors, um in unscheinbaren Autos jenseits von 700PS zu fahren.
Für mich weit gefehlt. Mein Ansatz war von Anfang an, jede Form der Leistungssteigerung sofort in Kraftstoffersparnis umzusetzen, so auch hier.
Die Erfahrung hat gezeigt, das mehr wie 250PS in einem 461er gar kein Sinn machen und das eigentlich schon zu viel ist. Daher ist und bleibt mein Motor in Vergangenheit wie Zukunft bei maximal 177PS, und selbst diese Leistung habe ich maximal 2 mal wirklich ausgefahren...
Mit dem Wasserstoff als Energieträger bewegt man sich sofort in einem ganz anderen Bereich und kann ganz anderes agieren. Das Drehmoment ist wirklich toll, um ein schweres Fahrzeug mit schwerem Anhänger mühelos zu bewegen.
Im reinen Dieselbetrieb liegt der Verbrauch (ohne Anhänger) zwischen 7,5 und 9 Litern das kommt auch ganz stark auf die Fahrweise an.
Im Wasserstoffbetrieb ist der Diesel weiterhin unabdingbar, doch weitaus weniger erforderlich und man kommt ganz entspannt mit 1,5 bis 2 Litern 100 km weit. Denn auch die Warmlaufphase muss man ja im Verbrauch berücksichtigen.
Mein Fazit daraus:
Wasserstoff ist ein toller Brennstoff, keine Frage, doch man muss ganz genau wissen was man da tut und das Problem ganzheitlich betrachten. Denn einfach eine Gasflasche auf der Ladefläche liegen haben mit einem Schlauch zum Motor und einem kleinen Kugelhahn, das geht schief. Zudem Gasflasche im Auto, ohne Ventilschutz... Geht gar nicht...
Es muss schließlich immer noch sicher sein, nicht nur für einen selber, sondern für alle Verkehrsteilnehmer.
Wenn man mit einem Gas wie Wasserstoff arbeitet steht Arbeitssicherheit immer an erster Stelle!
Es hat sehr lange gebraucht, bis das der Motor soweit entwickelt war, das er dem Wasserstoff theoretisch widerstehen kann. Theoretisch...
Die Praxis sah wie so oft anders aus und es gab einige Rückschläge, doch am Ende wird alles gut.
Nicht aufgeben! Irgendwann schafft man den Durchbruch.
Die Erfahrung und Forschung auf diesem Gebiet haben dazu beigetragen, den OM606D30LA und OM606D35LA weiter zu entwickeln, noch stärker und langlebiger zu gestalten und zum guten Schluss auch deutlich Schadstoffärmer zu machen.
Die Fortschritte gehen immer weiter unter anderem mit einer Wissenschaftlichen Arbeit zu eben genau diesem Thema -> OM606 mit Wasserstoff als Kraftstoff <- auf Master-Niveau.
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